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Zwergwal-Monitoring: Resultate einer Langzeitstudie

27. Okt. 2013 - Das Mériscope-Team hat im Rahmen des Monitoringprojektes über Zwergwale die Sichtungsdaten der Jahre 2001-2013 ausgewertet. Zwei konkrete Resultate dieser Auswertung sind eine Bachelorarbeit an der ETH Zürich und die Lancierung unseres Zwergwal-Kataloges. Ausserdem haben wir eine Zusammenarbeit mit Dr. Brian Kot und der Forschungsstation MICS vereinbart, um mit unserem Zwergwal-Monitoring möglichst viele Tiere im St. Lorenzästuar und im Golf zu erfassen.

Sandra Striegel, Studentin der Umweltwissenschaften an der ETH Zürich, hat die räumlich-zeitliche Verteilung der Zwergwale im St. Lorenzästuar anhand von georeferenzierten Foto-ID-Daten der Jahre 2004-2012 untersucht und damit die Basis für unseren Zwergwalkatalog gelegt. Die Auswertung hat gezeigt, welche Gebiete hauptsächlich von den 80 Zwergwalen benutzt werden, die im Rahmen dieser Studie erfasst wurden. Für ihre Bachelorarbeit an der ETH Zürich hat Sandra Striegel die beste Note erhalten.

Mit Hilfe einer speziellen Software zur Identifikation von Cetaceen haben Anna Jemmett und Jack Ward, zwei Biologen aus Schottland, unsere Zwergwaldaten der Saison 2013 erfasst und den Katalog erweitert. In einem unermüdlichen Einsatz haben schliesslich Johanne Lemieux (Longueuil) und Anna Jemmett die Zwergwaldaten aus dem Golf analysiert. Der Katalog umfasst gegenwärtig 180 individuelle Zwergwale, doch bis zum Abschluss der Untersuchung dürften es noch etliche mehr werden.

Das Ziel unseres Zwergwal-Monitorings ist, sowohl das Habitatnutzungsmuster und die Populationsstruktur der Zwergwale im St. Lorenzgolf besser kennen zu lernen, als auch die akustische Verschmutzung ihres Lebensraumes zu untersuchen. Zu diesem Zweck haben wir eine breite Kooperation mit anderen Stationen und Instituten lanciert, etwa mit Mingan Island Cetacean Study und mit Dr. Brian Kot von der Texas A&M University at Galveston. Nur wenn wir die Zusammensetzung der Population, ihre Nahrungsgründe und die Belastung ihres Lebensraumes durch Unterwasserlärm kennen, können wir die Zwergwale auch effizient schützen.

Photos: Bruno Zumstein, Johanne Lemieux, Dany Zbinden, Pierre Bolduc




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