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Forschung

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Forschung

Forschungsprojekte über Meeressäuger sind logistisch aufwändig, erfordern meistens anspruchsvolle Ausrüstung und Langzeitstudien, um relevante Resultate zu erhalten und bedürfen immer spezieller Bewilligungen von den zuständigen Behörden. Viele Arten sind ausserordentlich langlebig, verbringen einen Grossteil ihres Lebens unter Wasser und legen riesige Distanzen zurück zwischen den wärmeren Fortpflanzungsgebieten und den (sub-)polaren Nahrungsgründen. Einige Arten leben ganzjährig in der Arktis oder Antarktis. Meeressäuger befinden sich an der Spitze der marinen Nahrungsketten und sind besonders von Schadstoffen betroffen, die sich vom Plankton über Fische bis zu den Topprädatoren anreichern – sie sind also Bioindikatoren für den Gesundheitszustand der grossen marinen Ökosysteme.

Viele Forscher verwenden (Satelliten-)Sender mit speziellen Sensoren und  Kameras, um den Tieren unter klimatisch häufig extremen Bedingungen und in grosser Tiefe „folgen“ zu können. Andere zählen auf sogenannte « mark-recapture »-Methoden, um individuelle Tiere aufgrund spezieller Merkmale identifizieren zu können, z.B. mittels Foto-Identifikation. Für Studien über akkummulierte Schadstoffe und deren biologischen Auswirkungen auf die Tiere werden mittels Armbrust oder Luftgewehr kleine Gewebeproben entnommen, die später im Labor untersucht werden. Und für Forschungsprojekte über die akustischen Signale der Meeressäuger sowie den Einfluss von menschgemachtem Lärm in den Ozeanen werden Hydrophone und speziell konzipierte Akustikbojen verwendet, die je nach Fragestellung des Projekts Frequenzen vom Infraschall- bis zum Ultraschallbereich aufnehmen.

Im Rahmen unseres Forschungsprogrammes führen wir drei langfristige Projekte durch:

  • Langzeit-Monitoring von Zwergwalen im St. Lorenzgolf: Foto-Identifikation, räumlich-zeitliche Verteilung und Verhaltensökologie (seit 2001)
  • Bioakkumulation und biologische Auswirkungen von PBDE und neuartigen Brandverzögerern auf Zwergwale des St. Lorenzästuars (seit 2015)
  • Passiv-akustisches Monitoring von Meeressäugern im St. Lorenzgolf: strukturelle und funktionelle Eigenschaften von Meeressäugervokalisationen und Auswirkungen des anthropogenen Lärms (seit 2001)

Wir operieren unter Permits des kanadischen Fischerei- und Meeresministeriums sowie von Parks Canada und unser Biopsieprotokoll ist von der kanadischen Tierschutzkommission genehmigt. Wir sind Mitglied beim Rettungsnetzwerk für Meeressäuger der Provinz Québec, bei der Expertengruppe für Umwelttoxikologie der Provinz Québec (EcotoQ) und bei der kanadischen Hilfsküstenwache. Ausserdem engagieren wir uns regelmässig in Arbeitsgruppen des kanadischen Fischerei- und Meeresministeriums und von Parks Canada.